DATEV Unternehmen online

Die DATEV eG ist ein Softwarehaus und IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte sowie deren zumeist mittelständische Mandanten. Wir sind auch so ein mittelständische Mandant.

So belegte das Unternehmen im Jahr 2019 den 3. Platz im Ranking der Anbieter von Business-Software in Deutschland (Quelle: IDC, 2020). Mit ihren Lösungen versucht die 1966 gegründete Genossenschaft mit Sitz in Nürnberg die betriebswirtschaftlichen Prozesse von 2,5 Millionen Unternehmen, Kommunen, Vereinen und Institutionen zu verbessern.

Vor geraumer Zeit teilte uns das Steuerbüro mit, dass wir doch bitte auf UNTERNEMEN ONLINE wechseln sollen, und unsere bisherigen Verfahrensweise – den guten alten Beleg-Ordner – an den Nagel hängen und alles nur noch online – mit Hilfe eines USB-Dongles – einreichen sollen. Richtig glücklich waren wir mit dieser Aufforderung nicht. Wie sich später herausstellen sollte, hatte der gute alte Belege-Ordner noch längst nicht ausgedient, sondern muss in Teilbereichen weiter gefüttert und gepflegt werden. Dies bedeutet für uns doppelten Aufwand. Der Fairness halber sei gesagt, dass für diese Doppelbelastung die DATEV nichts kann. Dafür können wir uns alle beim Bundesfinanzministerium bedanken.

Warum wir hier zu UNTERNEMEN ONLINE einen Artikel schreiben, weil es die DATEV nicht schafft, im Jahr 2020 dieses Portal auch technisch ins Jahr 2020 zu befördern. Unsere ersten Versuche scheiterten, da alle Apple-Computer schon mal außen vor sind. Weder Safari, noch Firefox, Brave, Vivaldi und was es sonst noch so an modernen Browsern gibt, dürfen sich mit dem DATEV-Portal verbinden. (Mit der Datenkrake von google (Chrome) haben wir es nicht probiert.) Support von der DATEV für Mandanten? Eine Hotline? Fehlanzeige. Ein Unding!

Zum Glück hat einer unserer Mitarbeiter einen betagten Windows-PC mit ins Büro gebracht. Auch da klappte und klappt es nicht auf Anhieb. Auch da haben wir einiges an Zeit investiert, um den Karren zum Laufen zu bringen. Auch mit einem Windows-PC funktionieren moderne Browser nicht. Nicht einmal bereits erwähnte Datenkrake Chrome oder der IE-Nachfolger Edge. Wisst Ihr was funktioniert? Der gute alte Internet-Explorer. Der Browser, den Microsoft bereits 2016 in den Ruhestand geschickt hat. Also damit sind wir alle äußerst sicher im Internet unterwegs.

Zur Auffrischung:

“Der Support für Internet Explorer (IE) 10 und Vorgängerversionen wurde zum 12. Januar 2016 eingestellt. Sicherheitsupdates, Kompatibilitätspatches und technischer Support werden weiterhin für Internet Explorer 11 unter Windows 7, Windows 8.1 und Windows 10 bereitgestellt. … Was bedeutet das Supportende? Jetzt ist die richtige Zeit zu handeln. Seit dem 12. Januar 2016 stellt Microsoft keine Sicherheitsupdates und keinen technischen Support mehr für ältere Versionen von Internet Explorer bereit. Regelmäßige Sicherheitsupdates tragen jedoch zum Schutz Ihrer Geräte bei. Deshalb ist es wichtig, Upgrades durchzuführen und auf dem aktuellen Stand zu bleiben.” (Microsoft)

https://www.microsoft.com/de-de/microsoft-365/windows/end-of-ie-support?rtc=1

“Im März 2015 teilte Microsoft mit, dass die Weiterentwicklung des IE zugunsten des neuen Browsers Edge eingestellt werde, was im Januar 2020 dann auch erfolgte.” (wikipedia)

https://de.wikipedia.org/wiki/Internet_Explorer

Und in diesem Kosmos lebt das Drittgrößte Business-Softwarehaus Deutschlands

Microsoft bestätigte 2017, dass Edge auf Chromium aufsetzen soll. Am Ende hat sich doch Open Source im Browsermarkt auf Windows durchgesetzt. Erstrebenswert wäre es, dass Microsofts Präsenz im Chromium-Projekt dazu führt, googles Dominanz dort zurückzufahren. Denn google macht mit Chrome genau dasselbe, wofür wir früher Microsoft gehasst nicht gemocht haben. Entscheidungen nach Gutsherrenart, Einführung von “Features”, die niemand wollte. Doch leider sind noch viele Firmenrechner mit Windows XP / Windows 7 und somit auch mit dem Internet Explorer administriert. Viele IT-Jungs in den Konzernen kleben oftmals noch immer in den 90ern fest, als die Benutzeroberfläche blau und der Text weiß war.